Dienstag, 15. Januar 2008
schon fast in Uruguay...
...da wollt ich ja eigentlich noch viel weniger hin...
aber eins nach dem anderen.
ich werd gar nicht erst versuchen,
all das was in den letzten 2 wochen hier in brasilien passiert ist zu erzaehlen.
Nur ne Minizusammenfassung.
Als Artesano lebt man hier auf der Strasse, weil jegliche daecher ueber den kopf einfach fuer artesaniaverhaeltnisse unbezahlbar ist.
das schliesst natuerlich so manche unliebsamen begegnungen und unbequeme naechte mit schlechten schlaf mit ein.
seit ca 6 wochen sind wir jetzt am Strand,
nachdem wir in einem irrsinnigem tempo per anhalter runtergereist sind.
und das ist einfach so schoen am strand, trotz beschwerlichem leben...
und verkaufen tun wir hier auch gut, und so haben wir eun bisschen geld gespart,
um ein bisschen urlaub in einem kleinem haeusschen am strand in uruguay zu machen, was einem freund von diego gehoert.

Und jetzt noch ein ganz allgemeines ENTSCHULDIGUNG
an alle, weil ich wirklich niemanden ne weihnachts- oder neujahrsmail geschickt hab, weil das fuer uns irgendwie halt Tage wie alle anderen waren.
Weil halt auch einfach keine Weihnachststimmung aufkommen will,
wenn man sich im Zelt unter ein kleines Daechle gerettet hat weil es schon wieder wie aus kuebeln schuettet, und kein einziges geschenk kriegt, und halt einfach alles ganz anders ist...
Brasilien halt.

Also, es tut mir aber ja echt leid, weil sich schon wieder einige wohl sorgen gemacht haben,
und das wollt ich ja echt nicht....

Also, ich hoff, ihr habts alle schoen gefeiert!

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Mittwoch, 7. November 2007
Schon fast in Brasilien...
...da wollt ich ja eigentlich gar nie hin!
Aber eins nachm anderen.
Also in Samaipata hat sich unsere situation dank dem abgehobenen Geld deutlich verbessert, wir waren ein paar Tage in ner Herberge und sind dann, als es unseren Blasenentzuendungten besser ging, in einen kleinen Zoo umgezogen, weil es hiess, das man da nur ein paar stunden pro Tag arbeiten muss und dafuer umsonst campen darf und auch noch essen kriegt.
Im Endeffekt waren Diego und ich dann "Voluntaere" , hatten ein Zimmer im Haus und haben deutlich mehr als ein paar Stunden am Tag gearbeitet, wodurch wir zwar recht wenig produzieren konnten, aber war ne schoene arbeit, mit den ganzen Tieren dort.
Die Besitzerin hat mich drum gebeten, ein Pferd einzureiten, nachdem ich es ein paar Tage lang ans putzen, Trense und Sattel gewoehnt hatte, kam der Moment, wo ich mich das erste mal drauf gesezt hab. War alles ok, bis der scheisshund kam, das pferdchen erschreckt hat, dieses wild buckelnd und ausschlagend losgerannt ist, der Sattelgurt gerissen ist, und ich letztendlich runtergefallen bin.
Mann, ich sags euch, das waren schmerzen!
Aber ist schon wieder alles ok, bis auf ne riesenschuerfwunde am ellenbogen und ein bisschen aua an der huefte gehts mir wieder wunderbar, hatte glaub echt Glueck!
Ja, und der tolle Abschied von Samaipata war dann vor ein paar tagen:
Diego und ein anderer Artesano wurden von einem stinkreichen wichtigen Fuzzi angezeigt, weil sie an den Strassenrand gepinkelt haben!
War alles etwas aufreibend, weil es nachts war, alle nicht mehr ganz nuechtern waren, die Polizei Diego und den andern aufs Revier mitgenommen hat und ich keine Ahnung hatte was abgeht, da alles sehr chaotisch und ploetzlich war, da nebenher unabhaengig von dem ganzen ein brasilianischer Artesano einen Freund von uns erstechen wollte wegen einer Frau und und und...
Diego musste auf jeden Fall die Nacht auf der Wache verbringen, und am naechsten Tag bin ich mit einem aus Samaipata zu dem Herr, der die Anzeige gemacht hatte, und wir haben ihn zum Glueck ueberzeugen koennen, die Anzeige fallen zu lassen (die zwar offensichtlich laecherlich und obendrein ne Luege ist (der Typ hatte behauptet, dass die beiden ihn mit ner Waffe umbringen wollten) und die Polizie das auch wusste, aber - willkommen in Bolivien)
So, das wars erstmal mit meinem Abenteuern.
Momentan bin ich - zum 342. mal - in Santa Cruz, und weil wir ganz schnell und ganz billig aus Bolivien raus muessen, wegen dem Visum, fahren wir mit dem Zug morgen nach Brasilien, und dann schlagen wir so wie es aussieht die komplett entgegengesetzte Richtung ein, die ich seit fast nem jahr versuche, so gut wie es geht aufrechtzuerhalten....
Und zwar gehen wir wahrscheinlich nach Uruguay, was quasi neben Buenos Aires ist, wo ich ja damals angekommen bin...
Mannmannmann....
Aber wir wollen dort seinen Reisepass beantragen, damit wir in mehr Laender und er ev eines tages auch nach Europa einreisen kann...
Naja, mal sehen.

Lassts euch allen gut gehen!

Achja, da faellt mir noch was lustiges ein, was ich beim letzten mal vergessen hab:

Als wir im Regenwald beim campen waren, sassen wir einmal nachts vorm Zelt (und waren auch nicht mehr ganz nuechtern...) und haben sehr sehr seltsame Geraeusche im Dunkeln gehoert. Diego hat sich dann die Taschenlampe geschnappt und wir sind nachschauen gegangen, Die Geraeusche kamen aus einem Busch und waren eindeutig von einem Tier. Ploetzlich hat Diego gemeint : Boah, was isn das fuer ein riesiges Tier mit den grossen Augen? Hab zuerst gedacht, er will mich verarschen, hab dann aber an dem sehr ueberzeugend panischen Gesichtsausdruck gemerkt, dass das kein Spass ist.
Also sind wir schnell zurueck zum Zelt, haben panisch versucht, das Feuer wieder anzufachen, weil Tiger und so ja Angst vorm Feuer haben, haben ueberlegt, was mir machen koennen, bis Diego dann nochmal zum Busch geleuchtet hat, um zu gucken, ob das Viech (er dachte, es sei ein Baer -> ???) schon kommt um uns aufzufressen
- als er dann gemerkt hat, dass es ne Kuh ist!!!

Jaja, so ist das leben, macht euch auf jeden fall keine Sorgen ; )

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Dienstag, 16. Oktober 2007
ICH LEB NOCH!!!!
Also erstmal ein dickes ENTSCHULDIGUNG an alle, die mir ernsthaft besorgte emails geschrieben haben, ob ich denn noch leb und so.
Ich leb noch, und wie, und jetzt erklaer ich euch, warum ich seit 2 monaten nichts mehr in meinen blog geschrieben und seit 1 Monat keine einzige email mehr geschrieben hab.
Und zwar hatte ich einfach weder Zeit noch Geld, so bloed sich das auch anhoert.
Da mit der Artesania laeuft normalerweise so:
Man kauft einen Haufen Material und setzt sich danach ein paar Wochen hin, und arbeitet jeden Tag, und produziert einen haufen Schmuck.
Danach verkauft man nur noch, und geniest das Leben.
Da bei Diego und mir diese Produktionsphase aber aus verschiedenen Gruenden nie stattgefunden hat,
mussten wir jeden Tag schnellschnell ein paar neue Sachen machen und danach zum verkaufen, und hingen ausserdem immer auf dem letzten peso.
Artesaniatechnisch bin ich mittlerweile auf die hier ueblichen sachen umgestiegen, d.h.Samen, Perlen, Makramee und draht, weil sich die hier doch eher ungewoehnlichen Blumen nicht gut verkaufen.
Ist halt doch immer schwierig, was ausser der Reihe zu machen.
So, und jetzt versuch ich mal, am letzten eintrag anzuknuepfen.
Von Tupiza sind wir nach Potosi, und von dort nach Sucre. Gibt nichts aufregendes zu berichten, weil wir wie gesagt viel gearbeitet haben.
Das einzigste aufregende war, dass wir in Sucre ein kleines Rattenbaby gegen ein Armband und eine Raeucherstaebchenhalterspinne aus Draht eingetauscht haben. Zuerst hiess es Ina, als wir dann festgestellt haben, dass es entgegen der Behauptung des Besitzers doch ein Maennchen ist, haben wir ihn auf Tupac umgetauft (war einer der Indiounabhaengigkeitskaempfer in Peru)
Mit unserem neuen Freund sind wir nach Santa Cruz, weil wir festgestellt haben, dass es eine der wenigen Stadte in Bolivien ist, wo man Artesaniamaterial kaufen kann.
Dort haben wir dann mit dem Geld, was ich noch hatte, eingekauft, und sind dann in den Regenwald gefahren, um dort zu campen und zu produzieren.
Wir haben aber doch viel weniger geschafft als wir dachten, v.a. wegen der krassen Hitze und dem doch recht beschwerlichen Leben dort.
Haben aber wilde Affen gesehen, und sowas wie ueberdimensionale Eidechsen (ueber 1m mit schwanz), die Tupac fressen wollten, der inzwischen schon ein kleiner Ratterich geworden war, nix mehr mit baby und staendig schlafen.
Ausserdem wollte ich zum 40. Todestag von Che Guevara in Vallegrande sein, wo er gestorben ist, und wo ein Haufen Leute aus der linken, kommunistischen Szene Suedamerikas war, und sogar Bolivien Praesident, Evo Morales.
Und so sind wir ohne wirklich viel geschafft zu haben aus der versenkung im Regenwald aufgetaucht.
In Vallegrande, einem kleinen Dorf, haben wir dann auch Evo Morales gesehen und seine Rede gehoert, die wahrscheinlich beste und ehrlichste Rede, die ich je von einem Politiker gehoert habe und vielleicht je hoeren werde.
Ansonsten haben wir wegen der Arbeit nicht viel gemacht dort, ausserdem war Diego immernoch krank und hat sich scheisse gefuehlt.
Er hatte ewig Rueckenweh, und dann sind wir mal ins Kranekenhaus gegangen, und die dort haben gemeint, er haette Broncoespasmo, weiss nicht, wie das auf deutsch heisst, aber es ist irgendwie eine Lungenetzuendung, die schon auf die Rueckenmuskulatur uebergegangen war, als naechstes kommen dann die Beine und die Atemnot.
Und in Vallegrande sind dann eben die Schmerzen wiedergekommen, und wir waren beide echt besorgt, weil wir nicht wusstn, wie schwer diese Krankheit eigentlich ist und ob man dran sterben kann und so.
Aaaaaber: Dort waren kubanische Aerzte angereist, die umsonst Patienten untersucht und Medikamente verteilt haben (so ist das in Kuba), und die haben dann in 5 minuten festegstellt, dass es eine Blasen und Nierenentzuendung ist (mit der er mich natuerlich auch schon angesteckt hatte).
Von Vallegrande sind wir dann nach Samaipata, mit dem Plan, das ich dort ein bisschen im Tourismus arbeite, um das Geld zu verdienen, dass wir dort ein paar wochen bleiben und produzieren koennen.
Als ich vor ein paar Monaten dort war, hab ich mit dem deutschen besiter eines tourismusunternehmens geredet, under hatte gemeint, wenn ich im Oktober wiederkomm ist mehr los und ich koenne bei ihm arbeiten.
War dann aber nicht, und so kam es, dass Diego und ich, beide mit Nieren und Blasenentzuendung und seit wochen kein Bett mehr gesehen (im Zelt schlafen wir nur auf einer Decke), ohne Geld und ohne Moeglichkeit fuer mich, Geld abzuheben, in Regen und Kaelte in einem Regenundichten Zelt sassen.
Alle versuche, Arbeit zu finden, sind gescheitert, und das allerschrecklichste ist dann vorgestern passiert.
Diego hat unseren mittlerweile so schrecklich liebgewonnenen Rattenfreund erdrueckt, weil sich dieser wegen der Kaelte unter der Decke versteckt hatte, was er sonst nie macht. Ich will gar nicht wissen, wie der arme Kerl dort unter der Decke gelitten hat, bevor er gestorben ist.
Wir haben ihn dann unter unzaehlbaren Traenen beerdigt.
Mir wird immernoch ganz schwer ums Herz und feucht in den Augen, wenn ich dran denk.
Das war wohl so das schrecklichste, was auf meiner Reise bisher passiert ist.
Waehrend einer Reise ist glaub einfach jede emotionale Bindung viel viel staerker als unter "normalen" Umstaenden, und wir hatten den Kleinen einfach staendig um uns...
Und gestern bin ich dann nach Santa Cruz, der naechsten gelegenheit zum Geld abheben gefahren,
hab wieder einen Haufen Sachen fuer die Artesania gekauft und werd heut nach Samaipata zurueck, wo Diego wartet, und die naechsten 2 Wochen werden wir (und diesmal wirklich) einen Haufen produzieren,
in einem Zimmer mit einem richtigen Bett und einer anstaendigen Ernaehrung und Milchkaffee zum Fruehstueck (wir mussten in letzter Zeit echt auf einiges verzichten)
und dann wird alles einfacherer und angenehmer, weil wir nur noch verkaufen und Geld verdienen.
(Diego hatten sie in Humahuaca alle Artesania die er hatte geklaut, und so stand er ohne alles da)

So, ich glaub, das war alles, was es so zu berichten gibt.
Im Fazit waren die letzten 2 Monate nicht grad leicht, aber man lernt ja bekanntlich aus allem, und ab jetzt geht es bergauf...

Achja, um auf die Frage, die mir immer wieder gestellt wird, zu antworten :
Ich weiss noch nicht, wann ich wiederkomm, dauert aber nochn bisle....

Fuehlt euch alle Umarmt

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